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Spielbericht 1.Runde SMM

Golder Raphael 21.03.2017

Schachklub Aadorf gewinnt das Auftaktspiel gegen den Aufsteiger Wil souverän

Der Auftakt in die neue Saison der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft (SMM) ist dem Raiffeisenteam von Aadorf mehr als geglückt. Zum zweiten Mal bestreitet das gut zusammengeschweisste Team von Aadorf die Mannschaftsmeisterschaft in der 2.Liga, bei der sich definitiv schon die fortgeschrittenen Schachspieler duellieren. Diese spannenden Partien waren ein klares Statement aus der Seite von Aadorf: Wir gehören in diese Liga, mit uns ist zu rechnen!

Als erster konnte der jüngste Spieler eine Entscheidung herbeiführen. Nachdem Jannik Bounlom mit dem Grünfeld-Indisch solide verteidigte, stand er zwar rein positionell gut, aber die Möglichkeiten ein taktisches Scharmützel oder ein strategisches Schlüsselfeld herbeizuführen waren fast nicht vorhanden. Aber auch der Gegner erkannte rasch, dass bei Ihm ausser strategisches Geplänkel nicht mehr drin lag und bot dem 13-jährigen Aadorfer Remis an. So wurde die erste Partie mit Händeschütteln Remis beschlossen.

Der erfahrene Volker Stief wurde quasi als Joker am sechsten Brett mit den schwarzen Steinen eingesetzt. Ihm gelang es bei komplizierter Stellung die Übersicht zu behalten und nach einer königsindischen Eröffnung und lange ausgeglichener Stellung letztlich die offene Königsstellung seines Gegners für einen Angriff zu nutzen. Dieses Brett war während ganzen 40 Zügen interessant zu beobachte, danach konnte mit vorsichtiger Erleichterung der ersten Führungspunkt gefeiert werden. 1½ zu ½ für Aadorf.

Nicht lange danach kam auch am 3-ten Brett seitens Wil ein Remis-Angebot. Raphael Golder spielte mit den weissen Steinen ein offensives Spiel gegen das Königs-Indisch. Es gelang ihm gar den 200 Führungspunkte mehr aufweisende Gegner in seiner eigenen Stellung etwas zusammenzuschieben. Durch den schnellen, etwas unkonventionellen Bauernvorstoss des Aadorfers, konnte dem Gegner die interessantesten Felder genommen werden. Jedoch zeigte sich hier die Professionalität des Wilers, der sich durch geschicktes Figurenspiel nicht aus der Ruhe bringen liess und den Druck ebenfalls erhöhte. Das dargebotene Remis war danach für die beiden Kontrahenten sehr befriedigend.

Benjamin Golder spielte mit Weiss gegen Peter Fässler. In der Eröffnungsphase konnte Weiss starken Druck auf das Zentrum aufbauen und bereits im 13. Zug durch eine Fesselung einen Randbauern gewinnen. In der zweiten Hälfte der Partie kehrte sich der Vorteil dann zugunsten von Schwarz. Schwarz gelang es bereits kurz vor Spielhälfte den Bauern im Zentrum zurückzugewinnen und zwei verbundene Freibauern zu bilden, welche dann die Partie schlussendlich auch entschieden haben.

Am 1. Brett konnte der Aadorfer Marcel Eberle in der Eröffnung mit einer kleinen Kombination zwei Leichtfiguren für einen Turm und Bauern gewinnen. Zwar ist das Material in diesem Fall in etwa äquivalent, allerdings entstehen dadurch meist spannende Partien, welche selten remis enden. So auch in diesem Fall. Es entwickelte sich ein kompliziertes Mittelspiel, in welchem der Aadorfer viel Bedenkzeit brauchte, und es gelang ihm erst beim Übergang ins Endspiel, seine Figuren optimal aufzustellen. Da die Türme des Wilers keine offenen Linien hatten, war nicht viel mehr als passive Verteidigung möglich. Eberle konnte nach und nach den Druck erhöhen, und nach einem Fehler seines Gegners die Qualität (Turm gegen Läufer) und bald darauf die Partie gewinnen. 3 zu 2 für Aadorf.

Ab diesem Moment lag der Entscheid über Sieg oder Unentschieden des Raiffeisenteams aus Aadorf in der Spielführung von Samyo Bounlom. Nachdem der Wiler im Mittelspiel durch einen taktischen Schlagabtausch einen Bauern gewann schauten die Aadorfer besorgt über die Schulter von Samyo. Doch es kam anders. Durch eine kurz bevorstehende Bauernverwandlung (Bauer gegen Dame auf der Grundlinie) schien der Wiler zu siegessicher zu sein und tauschte Dame gegen Turm, um danach die Verwandlung zu vollziehen. Dabei unterschätzte er die taktischen Möglichkeiten vom Aadorfer Juniorentrainer und verlor alles!

Aadorf – Will 4:2 M.Eberle – A.Welch 1:0, F.Welch – Samyo Bounlom 0:1, R.Golder – C.Jentgens ½:½, T.Müller – J.Bounlom ½:½, B.Golder – P.Fässler 0:1, H.Roth – V.Stief 0:1