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Spielbericht der 3.Runde der SMM

Golder Raphael 24.05.2017

Knappe Niederlage gegen Kosova von St.Gallen

Am vergangenen Samstag galt es für das ersatzgeschwächte Raiffeisen-Team von Aadorf, das allerfeinste von ihren Schachkenntnissen hervorzubringen. Die gut eingespielten Stammspieler des Gastgebers Aadorf wurden von ihrem Spielleiter an den untersten vier Brettern eingesetzt, also ein hoher Erfolgsdruck, da die jugendlichen Ersatzspieler an den ersten beiden Bretter quasi geopfert wurden.

An den ersten zwei Brettern wurden die beiden jungen Erwachsenen Oliver Vontobel und Lakshan Ragulan eingesetzt.  Zwei Spieler die schon Jahren in der Jugendschachschmiede von Samyo Bounlom verbracht haben, daher auch der beharrliche Gegendruck der die beiden Aadorfer den klar überlegenen Gegner entgegenbrachten. Am zweiten Brett wurde es gar interessant die Figurenführung von Lakshan zu beobachten, denn er vermochte bis Ende Mittelspiel gut mitzuhalten. Dennoch war der grosse Unterschied der Spielstärken am Resultat klar zu erkennen. Oliver verlor seinen Kampf am ersten Brett nach einem taktischen Scharmützel des Gegners und Lakshan schätzte die Gefährlichkeit des gegnerischen Freibauern falsch ein was auch schnell zu einem Partieverlust führte. 2:0 für Kosova

Volker Stief wurde am sechsten und letzten Brett eingesetzt, in der Hoffnung dort als starker Spieler einen Punkt zu machen und danach sah es zuerst auch aus. Volker gewann mit den schwarzen Steinen schon in der Eröffnung einen Bauer, aber es kam anders. Nach fehlerhaftem Abtauschen im Endspiel konnte er mit dem gleichfarbigen Läufer nicht mehr viel anrichten. Unbeirrt versuchte der Aadorfer auch noch nach einem Remis-Gebot des Gegners einen Gewinnweg zu finden, musste aber nach 45 Zügen das Remis anerkennen. 2½ - ½ für Kosova

Karl Brunner konnte sich bis ins Mittelspiel einen leichten Stellungsvorteil verschaffen, wählte dann aber nicht die optimale Fortsetzung. Mit einem durchdachten, taktischen Manöver gelang es seinem Gegner  einen Bauern zu erobern, dadurch das Spieldiktat zu übernehmen und die Partie schliesslich zu gewinnen. 3½ - ½ für Kosova

Nachdem das Raiffeisen-Team bisher leer ausgegangen ist, kam nun der Konter, obwohl dieser nicht mehr reichte für ein Unentschieden. Nach einem Eröffnungsfehler seines Gegners konnte Raphael Golder am fünften Brett einen Bauern gewinnen, danach jedoch erst das gleiche Problem wie bei Volker. Denn im späten Mittelspiel hatte der Aadorfer keine Gewinnstrategie bis ihm diese in die Hand gespielt wurde. Der St.Galler kam zu forsch mit dem König zur Unterstützung an die Mittellinie.  Dies nützte Raphael aus und konnte den König seines Gegners festsetzten und schliesslich mit „Schach Matt“ das Spiel gewinnen. 3 ½ - 1 ½ für Aadorf

Mit dem seltenen „Zukertort-System“, benannt nach seinem Deutsch-Polnischen Namensgeber und Weltklassespieler Johannes Hermann Zukertort aus dem 19-ten Jahrhundert, kam Jannik Bounlom schlecht aus der Eröffnung und musste stets um seine schwachen Bauern auf e6 herumspielen. Doch am Ende des Mittelspiels konnte der junge Aadorfer einen bemerkenswerten Königsangriff starten und gewann daraus die Qualität (Turm gegen Springer). Der König des Gegners war dadurch nicht mehr unmittelbar in Gefahr, seine Stellung jedoch offen für weitere Angriffe. Das Endspiel wickelte Jannik clever ab und gewann klar. 3 ½ - 2 ½ für Kosova  

Aadorf – Kosova 2 ½ - 3 ½: O. Vontobel – A. Agushi 0:1, N. Krasniqi -L. Ragulan 1:0, K. Brunner – M.Abdurahimi 0:1, I. Maraj – J.Bounlom 0:1, R.Golder – R. Kadrija 1:0, S.Latifi – V.Stief ½ - ½